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Quelle: SPD Unterbezirk Bielefeld

Eine Veranstaltung der AsJ NRW

3. Mai 2022 | 18.30 - 20.30 Uhr | Alarmtheater, Gustav-Adolf-Str. 17, Bielefeld

Hybrid-Veranstaltung - Zoom: https://zoom.us/j/96814003353?pwd=SUdEZ2ZITEpZR1BCM2FJa1ZPbWIrdz09

Liebe Genossinnen, liebe Genossen,

der Arbeitskreis Umwelt- und Klimaschutz der Bielefelder SPD lädt zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema "E-Mobilität als Teil der Verkehrswende - wie machen wir das möglich?" ein. Viele Bürgerinnen und Bürger wollen ihren Anteil für die Energiewende leisten, in dem sie selbst auf E-Mobilität umsteigen. Aber in wie weit haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass E-Mobilität kurzfristig diese Rolle einnehmen kann? Wie machen wir es möglich, dass die E-Mobilität in unserer Stadt mit regenerativer Energie, flächendeckend und sozial gerecht funktionieren kann?

Diese Fragen diskutieren wir mit Expert*innen am Freitag, den 25.03.2022, von 18.00 Uhr bis 19.30 Uhr, in der Bürgerwache am Siegfriedplatz (Großer Saal).

Als Gäste kommen Martin Ueckmann (Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld), Christoph Birnstein (Vorsitzender Bielefeld ProNahverkehr), Christina Kampmann (Landtagsabgeordnete) und Sven Frischemeier (Ratsmitglied und dem Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bielefeld). Die Moderation übernimmt Ratsfrau Miriam Welz

Für eine Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Es gilt die 3G-Regel, vorbehaltlich möglicher Änderungen durch das Land NRW. Anmeldungen bitte per Mail an ub.bielefeld@spd.de

Zur Veranstaltung wird es auch einen Livestream über YouTube geben. Dieser kann unter www.kurzelinks.de/kampmann2022 angeschaut und begleitet werden. Fragen aus dem Stream können an die Gäste gestellt werden. Ebenfalls können Fragen vorab per Mail an ub.bielefeld@spd.de gesendet werden.

Wir freuen uns auf einen spannenden Abend. Nach der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, sich bei einem Getränk auszutauschen und weiter zu diskutieren. Wir freuen uns auf euer Kommen.

Referent*innen:

• Wiebke Esdar

MdB, Vorsitzende SPD Bielefeld

• Josephine Ortleb

MdB, Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

• Dr. Eva Waldschütz

Gynäkologin und Mitglied im Landesvorstand Pro Familia NRW

• Maike Husemann

Geschäftsführerin Pro Familia Bielefeld

Moderation:

Greta Maurer

Zeit: 10. März / 19:00 Uhr

Ort: Digital

Anmeldung bis zum 6. März: UB.Bielefeld@SPD.de

Veranstalter*in: SPD Bielefeld

Liebe Bielefelder*innen,

Mobilität ist einer der Grundpfeiler unserer Daseinsvorsorge. Jede*r sollte daher die Möglichkeit haben, an dieser Mobilität teilhaben zu können. Besonders für einkommensschwache Menschen stellen die Ticketpreise von Bus und Bahn eine Belastung dar. Für diese Menschen gibt es in Bielefeld das Bielefeld-Pass-Ticket, ehemals Sozialticket. Wir senken den Preis für dieses Ticket nun deutlich und möchten die Bielefelder*innen darüber informieren und uns austauschen.

Die Bielefelder Ratsfraktion lädt daher herzlich zum Austausch ein:

"Ein Sozialticket, das seinen Namen verdient” am 01.04.2022 von 14:00-15:00 Uhr als Online-Veranstaltung.

Unser Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Riza Öztürk und unsere Jugend- und Sozialpolitikerin Regine Weißenfeld freuen sich auf das Gespräch mit Euch. Teilt uns gerne Ihre Erfahrungen mit dem Bielefeld-Pass-Ticket mit.

Anmelden könnt ihr Euch unter folgendem Formular:

Überreichung der Ehrenurkunde zu 70 Jahren Engagement in der SPD an Sylvia Schmidt (m.) durch Susanne Eggert-Mines (l.) und Vorsitzende der Bielefelder SPD, Wiebke Esdar (r.)

70 Jahre ehrenamtliches Engagement in der Sozialdemokratie. Das ist eine beeindruckende Lebensleistung, der wir unseren Respekt erweisen. Deswegen ehren wir unsere Genossin Sylvia Schmidt, die am 01.01.1951 in die SPD eingetreten und hat sich in sieben Jahrzehnten durch ihre Mitarbeit in der Partei und auch in der Gesellschaft verdient gemacht hat.

Sylvia hat die Geschichte der Bielefelder SPD miterlebt und vor allem auch mitgestaltet. So war sie gemeinsam mit ihrem Mann Kurt eines der Gründungsmitglieder des SPD-Ortsvereins Bültmannshof, dessen Vorsitzende sie dann auch in den Jahren 1980 - 1987 war. Ebenso war sie an der Gründung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) des Ortsvereins beteiligt und übernahm deren ersten Vorsitz. Auch auf Stadtebene hat sich Sylvia stets politisch engagiert und war so Beisitzende des Unterbezirksvorstandes und in den letzten 20 Jahren auch in der Arbeitsgemeinschaft 60+ aktiv.

Um Sylvia großartiges Enegagement und ihre Leistungen zu würdigen, überreichen ihr die Vorsitzende der Bielefelder SPD und Susanne Egert-Mines aus dem OV Bültmannshof gemeinsam die Ehrenurkunde zur 70-jährigen Mitgliedschaft. Coronabedingt nur im ganz kleinen Kreis, natürlich als 2G+.

Danke, liebe Sylvia bleib weiterhin so gesund und mittendrin in der politischen Diskussion!

Die SPD Bielefeld gratuliert Dir, lieber Olaf zur Wahl als neuen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Gemeinsam werden wir Fortschritt ermöglichen und mit unserem Land den Weg in eine soziale, nachhaltige und moderne Zukunft einschlagen. Mit Dir bekommen die Bürger*innen Deutschland einen erfahrenen, besonnenen und klugen Politiker, der die großen Herausforderungen unserer Zeit progressiv anpackt und dabei weiterhin immer ein Gehör für die Stimmen aus der Bevölkerung hat.

"Der heutige Tag ist ein ganz besonderer Moment für mich und eine Ehre, Olaf Scholz mit meiner Stimme zur Wahl als Kanzler unterstützen zu können. Ich freue mich darauf, dass wir in den kommenden vier Jahren zusammen an der Umsetzung eines starken Koalitionsvertrages arbeiten.” meldet sich unsere Bielefelder Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar aus Berlin, die heute bei der Wahl im Bundestag für Olaf gestimmt hat.



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Vor uns liegt große Aufgaben, die wir mit starken Partnern im Bundestag und im Kabinett angehen und lösen werden.

Unser Koalitionsvertrag: https://www.spd.de/koalitionsvertrag2021/

Gemeinsam wagen wir mehr Fortschritt, mit folgenden wichtigen Projekten:

+ Wir schaffen eine Gesellschaft des Respekts, in dem wir unter anderem den Mindestlohn auf 12€ erhöhen und ein Bürgergeld einführen.

+Wir sorgen für bezahlbares Wohnen, in dem wir 400.000 neue Wohnung bauen und die Mietpreisbremse verlängern.

+ Wir wollen bis spätestens Ende 2045 klimaneutral werden, die Erneuerbaren Energien massiv ausbauen und die nachhaltige Mobilitätswende vorantreiben.

+ Wir sichern die Rente und schließen Rentenkürzungen, sowie eine Anhebung de Renteneintrittsalters aus.

+ Wir sorgen dafür, dass kein Kind in Armut aufwachsen muss und führen eine Kindergrundsicherung ein.

+ Wir verbessern die Arbeitsbedingungen in der Pflege und sorgen für eine bessere finanzielle Anerkennung der Pflegeberufe.

+ Wir modernisieren unser Land, entbürokratisieren und digitalisieren die Verwaltung und ermöglichen unseren Schulen mit dem Digitalpakt 2.0 den Sprung in die digitale Welt des 21. Jahrhunderts.

Auf ihrer digitalen Mitgliederversammlung hat sich die Bielefelder SPD dafür ausgesprochen, dass ihre Delegierten am morgigen Samstag auf dem digitalen Bundesparteitag der SPD für die Annahme des Koalitionsvertrags stimmen.





Neben der Bielefelder SPD-Vorsitzenden Wiebke Esdar, die als Bundestagsabgeordnete die Forschungs- und Wissenschaftspolitik mit verhandelt hatte, war auch der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans als Gast zugeschaltet. Er berichtete von den Sondierungen bis hin zu den Schlussverhandlungen. Dabei betonte er vor allem den neuen Stil, in dem die drei Parteien zusammen arbeiten wollen.

Nobert Walter-Borjans: "Es gibt eine Menge Themen, die eine moderne Gesellschaft ausmachen und da ist vieles von den Konservativen verschleppt worden, das wir jetzt umsetzten können. So zum Beispiel ein modernes Staatsbürgerschaftsrecht oder die Streichung des Paragraphen 219a im Strafgesetzbuch zu Schwangerschaftsabbrüchen."

Anschließend wurde eine ganze Bandbreite an Themen von aktuellen Corona-Maßnahmen über die Weiterbildung von Psychotherapeuten bis hin zu dem neuen Bürgergeld, das Hartz IV ablösen soll, diskutiert.

"Wir können mit dem Bürgergeld oder auch der Einführung einer neuen Kindergrundsicherung endlich unsere Gesellschaft wieder ein Stückchen gerechter machen. Das wird mit der Ampel besser umzusetzen sein", freut sich Wiebke Esdar.

Fotohinweis: Archiv.

Nordrhein-Westfalen steht vor großen Herausforderungen in so gut wie allen Bereichen. Bei Themen wie Wohnen, Arbeit, Bildung, Umwelt und Digitalisierung, aber auch dem Umgang mit der Pandemie gibt es nach fünf Jahren schwarz-gelber Landesregierung viele Versäumnisse nachzuholen. Gemeinsam wollen wir in den kommenden fünf Jahren die Zukunft Nordrhein-Westfalens und Bielefelds gestalten und für soziale Politik in allen Themenbereichen einsetzen.

Dafür haben unsere Genoss*innen am Samstag (30.10.2021) unsere Kandidat*innen für die Landtagswahl 2022 aufgestellt. Die amtierende Abgeordnete und frühere Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW tritt erneut für den Wahlkreis 92 an, zu dem die Bezirke Mitte, Schildesche und Gadderbaum gehören.

Für den Wahlkreis 93 (Brackwede, Senne, Sennestadt, Stieghorst und Heepen) tritt Nesrettin Akay an, der sich bereits politisch als Mitglied der SPD-Fraktion im Bielefelder Rathaus und ehrenamtlich als Gewerkschafter bei Ver.di engagiert.

Thorsten Klute, der ebenfalls einen großen politischen Erfahrungsschatz mitbringt unter anderem aus seiner Tätigkeit Bürgermeister der Stadt Versmold und als Staatssekretär für Integration im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW übernimmt die Kandidatur im Wahlkreis 94 (Dornberg und Jöllenbeck sowie die Gemeinden Halle, Steinhagen, Versmold, Borgholzhausen und Werther).

Wir gratulieren Euch drei herzlich zur Aufstellung und freuen uns auf die gemeinsame, vor uns liegende Zeit im Wahlkampf und natürlich darüber hinaus.

Wer mehr zu unseren Kandidat*innen erfahren möchte, kann sich auf den Webseiten informieren.

Christina Kampmann: www.christina-kampmann.de

Nesrettin Akay: www.nesrettin-akay.de

Thorsten Klute: www.thorsten-klute.de

Der SPD Ortsverein Gellershagen Sudbrack lädt interessierte Bürger:innen herzlich zum Gespräch in der Eisdielensprechstunde mit Wiebke Esdar, am Samstag, den 11.09.2021 um 16.30 Uhr in den Hägarweg 10 beim Eiscafé Dolomiti ein.

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Der "Reichsjugendtag" prägte Ende Juli 1921

das Bielefelder Stadtbild

von Joachim Wibbing

Am 30. und 31. Juli 1921 - vor genau 100 Jahren - fand in Bielefeld der "Reichsjugendtag" der sozialistischen Arbeiterjugend Deutschlands statt. Damit wurde ein wahrer Feierreigen beendet: zwei Wochen zuvor hatte man die "700-Jahrfeier" absolviert, eine Woche vorher hatten die Schützen ihr erstes Schützenfest nach dem Weltkrieg gefeiert. Und nun versammelten sich gut 10.000 jugendliche "Arbeitergäste" aus allen "Gauen Deutschlands" in der Stadt. Untergebracht wurden sie bei "Arbeiterfamilien". Zentrales "Empfangslokal" war die "Eisenhütte" der Metallarbeiter in der Marktstraße 8. Der "Reichsjugendtag" in Bielefeld war der zweite seiner Art. Im Jahr zuvor hatte er in Weimar stattgefunden. Eine solche Veranstaltung war durchaus epochal: denn bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges war Politik allein erwachsenen Männern vorbehalten. Nun sollten auch "Jungarbeiter" für die Ideen des Sozialismus und der Sozialdemokratie begeistert werden - mit einem Deutschland weiten Treffen.

Ein Aufruf von Erich Ollenhauer

Einer der bekanntesten SPD-Politiker sollte nach dem Zweiten Weltkrieg Erich Ollenhauer (1901-1963) werden. Er war bereits 1921 beim Reichsjugendtag in Bielefeld dabei. Nach dem Abschluss der Volksschule 1915 hatte er eine kaufmännische Lehre in einer Druckerei absolviert. Es folgte ein Volontariat bei der sozialdemokratischen Tageszeitung "Volksstimme" in Magdeburg. So erscheint es nur folgerichtig, dass er 1918 der SPD beitrat. Ab dem 1. Dezember 1920 war er - als gerade 19-jähriger - zweiter Sekretär beim Hauptvorstand des Verbandes der Arbeiterjugendvereine Deutschlands (VAJV), der Jugendorganisation der SPD, und wurde Redakteur ihrer zweiwöchentlich erscheinenden Zeitschrift "Arbeiterjugend". 1921 erfolgte seine Wahl als Sekretär der International of the Working Youth. Ollenhauer schrieb im "Vorwärts", dem "Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands" am 29. Juli 1921 folgendes: "In diesen Tagen rollen singende Züge durch das Land, dem Westen zu. Das arbeitende Jungvolk fährt zum Reichsjugendtag des Verbandes der Arbeiterjugend-Vereine Deutschlands, der am Sonnabend und Sonntag in Bielefeld abgehalten wird. Es ist das zweite große Treffen der deutschen Arbeiterjugend und schon die stärkere Beteiligung wird von dem Wachstum unserer Jugendbewegung seit dem unvergesslichen Weimarer Jugendtag Zeugnis ablegen. Von Nord und Süd, aus Ost und West, von Oberschlesien und Ostpreußen, aus Danzig und dem Saarstaat kommen sie, sechstausend Jungen und Mädel, deutsche Arbeiterjugend. … Weimar wurde ein Kampfesruf an die Jugend, für den lebenden Sozialismus zu streiten. Dieser Kampf ist inzwischen aufgenommen und der zweite Reichsjugendtag muß in seinem Zeichen stehen. Darum geht die Arbeiterjugend von ihrer ersten Tagung in Weimar, diesem stillen idyllischen Thüringer Städtchen, nach der Arbeiterstadt Bielefeld. An der Grenze des Ruhrgebietes, des eben noch bedrohten Herzens Deutschlands, will die Jugend der Arbeit sich ihr Treffen geben. Wo die ungezählten Schlote als das Wahrzeichen der Werte schaffenden Arbeit in das Land grüßen, wo der Pulsschlag des Wirtschaftslebens jedem fühlbar wird, da wird die arbeitende Jugend ein neues Bekenntnis ablegen: wir wollen die freie Arbeit, ihr gilt unser Kampf. Bielefeld mit seiner starken einigen Arbeiterbewegung ist der rechte Platz für ein solches Bekenntnis. Diese Stadt ist aber auch der Ort, der, wie kaum ein anderer, für ein Treuegelöbnis der jungen Generation der Arbeiterschaft zur jungen demokratischen Republik geeignet ist. Auf derselben Sparenburg, auf der am 18. Juni 1897 Wilhelm der Letzte u. a. die Worte vom ‚Schutz der nationalen Arbeit‘ und der ‚Zurückweisung jeder Umsturzbewegung‘ sprach, werden am Sonnabend nachmittag die roten Banner und die schwarz-rot-goldenen Farben der Republik, von der Arbeiterjugend als Festgruß gehißt, stolz die Sonne grüßen. Am Abend wird die Jugend an der gleichen Stelle bei den Feiern im Fackelschein beweisen, daß die Idee einer neuen Gemeinschaft schon so tiefe Wurzeln geschlagen hat in Tausend und aber tausend jungen Herzen, daß sie selbst durch den stärksten Sturm nicht mehr zerrissen werden kann. Am schönsten wird sich das neue Gemeinschaftsleben unserer Jugend sicher am Sonnabend auf den Spielwiesen vor der Stadt offenbaren."

Im folgenden Jahre sollte es durch den Zusammenschluss der SPD mit dem größten Teil der verbliebenen USPD auch zur Vereinigung ihrer Jugendorganisationen, des VAJV mit der Sozialistischen Proletarierjugend (SPJ) der USPD kommen, am 29. Oktober 1922 zur Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ). Ollenhauer wurde Sekretär der SAJ, 1928 sogar deren Vorsitzender.

Eine Auftaktveranstaltung mit Marie Juchacz

Der Reichsjugendtag fand zwischen dem 29. Juli und dem 1. August 1921 in Bielefeld statt - mit dem zeitlichen Schwerpunkt am 30./ 31. Juli. Bereits am 28. Juli - ab 20.00 Uhr - lud eine markante Auftaktveranstaltung in der Zentralhalle am Kesselbrink mit 1.000 Besuchern ein - "trotz tropischer Glut". Die sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Marie Juchacz (1879-1956) sprach über das Thema "Die Not Deutschlands und die Sozialdemokratie". Sie gilt als herausragende Frauenrechtlerin. Unter ihrer Leitung wurde am 13. Dezember 1919 die Arbeiterwohlfahrt gegründet. Nach der Einführung des passiven Wahlrechts für Frauen hielt sie am 19. Februar 1919 in der Weimarer Nationalversammlung als erste Frau eine Rede. Drei Hauptthemen beherrschten ihre Ausführungen am Abend des 28. Juli: die Verhinderung jeglicher Kriege in der Zukunft, die Zersplitterung der SPD und das politische Engagement der Frauen. Die Novemberrevolution von 1918 hätte die Illusion wachsen lassen, dass die "Sozialdemokratie in der Lage" sei, "von heute auf morgen das Paradies auf Erden" zaubern zu können. Das hätte zwangsläufig zu Enttäuschungen führen müssen, so Marie Juchacz. Um die "politische Zerklüftung des deutschen Volkes" und die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages von Versailles zu überwinden und zu bewältigen, müsse sich das Volk einig sein, "daß es jetzt die Folgen des hohenzollernschen Systems zu tragen" habe. "Doch nirgends in der Welt" sei "die Parteienzersplitterung so groß, wie in unserem Vaterlande". Die Erneuerung Deutschlands sei nur in der Demokratie möglich. "Nie wieder Krieg" sei die Parole der sozialistischen Arbeiterschaft, so Juchacz weiter. Hoher Gegenwarts- und Zukunftssinn liege darin. Marie Juchacz forderte: "Möge die Arbeiterschaft der Welt sich klar werden, wie notwendig es ist, sich in diesem Gedanken zu vereinigen. Nie wieder darf es sein, daß internationale Chauvinisten die Arbeiter aufeinanderhetzen. Denn die Arbeiterschaft der Welt hat gemeinsame Ziele. Ziele, die Opfer wert sind! Auf daß endlich die Arbeit aller Menschen Gemeingut werde und sie so zum Glück aller werde." Zum Schluss wendete sich die "Genossin Juchacz" besonders an die Frauen und betonte, dass in erster Linie die Frauen gute Sozialisten sein müssten. Denn gerade ihre besonderen Aufgaben in der Gesellschaft machten sie in hohem Maße verantwortlich für die Gestaltung der politischen Verhältnisse. Die Frau müsse tatkräftiger als bisher sich zur Mitarbeit erziehen, um "so heran zu reifen zur Kameradin des Mannes und auf das sie so werde wie sie die Zeit des Sozialismus brauche." Langanhaltender Beifall belohnte ihre Ausführungen.

Der erste Tag

Am Freitag, dem 29. Juli 1921, entfaltete sich ein ganzer Fächer von Veranstaltungen: mittags versammelten sich die "Redakteure der Jugendblätter" im kleinen Saal der "Zentralhalle", um neue Konzepte für Publikationen zu diskutieren. Nachmittags fand um 15.00 Uhr die "erste Reichskonferenz der Arbeiterjugend" auf der "Berglust" - unterhalb der Sparrenburg - statt. Diese Tagung wurde als eine der "ernstesten Sitzungen" der Arbeiterjugend überhaupt bezeichnet. Sie stellte praktisch den Zusammenschluss aller regionalen Arbeiterjugend-Vereine dar. Um 20.00 Uhr ging es in einer großen Versammlung in der Zentralhalle um die Bannung weiterer Kriege. Es sprach der sozialdemokratische Reichstagspräsident Paul Löbe (1875-1967) und stellte die "Jungsozialisten-Bewegung" als das "Morgenrot einer besseren glücklicheren Zukunft" dar. Richtig gehende Begeisterung lösten die Ausführungen des holländischen Sozialisten Voogt aus Amsterdam aus: bei einem Besuch des Sennefriedhofes hatte er Gräber von ausländischen Soldaten gefunden, die im Bielefelder Lazarett gepflegt und gestorben seien. Hier könnten sie "friedvoll" mit deutschen Gefallenen liegen. Doch eigentlich sollten sie im Leben friedlich miteinander umgehen, nicht nur im Tode. Deshalb "Nie wieder Krieg!" so seine Losung.

Der zweite Tag

Am Samstag, dem 30. Juli, fanden vormittags im "Palastheater" Lichtbilder-Vorführungen über das "Teutoburger-Weser-Bergland" statt. Nachmittags um 17.30 Uhr gab es eine Friedenskundgebung auf dem Kesselbrink mit der allgemeinen Forderung "Nie wieder Krieg!". Danach schloss sich ein Festzug "zum Ausmarsch durch die Stadt" an. Es ging zu den Rasenplätzen an der Sparrenburg. Dort führten regionale Arbeiterjugend-Vereine schwungvolle Tänze auf. Andere organisierten heitere Spiele. Gegen 22.00 Uhr begeisterte ein Feuerwerk mit "Raketen und Leuchtkugeln" die jugendlichen Gäste. Die Sparrenburg war zusätzlich "in bengalische Beleuchtung" getaucht. Ein Fackelzug führte alle Anwesenden "durch die Straßen der Stadt zum Schillerplatz" zurück. Mit dem "Absingen gemeinschaftlicher Lieder" endete der ereignisreiche Tag.

Der dritte Tag

Am Sonntag, dem 31. Juli, gab es vormittags auf den "städtischen Spielwiesen der Ochsenheide" wiederum Spiele und Tänze. Nachmittags um 14.30 Uhr fand auf dem Kesselbrink eine weitere große Friedens-Kundgebung statt. In der "Volkswacht" findet sich folgender Aufruf dazu: "Friedenskundgebung! Sonntagnachmittag zwei ein halb Uhr, auf dem Kesselbrink. Diese Kundgebung muss sich zu einer wuchtigen Demonstration für den Frieden gestalten. Nie wieder Krieg! Gegen die Völkerverhetzung! Einen Massenbesuch erwartet die sozialdemokratische Parteileitung." Die Redner stammten aus halb Europa: "Voogd und Vorrink aus Holland, Christiansen aus Dänemark, Erickson aus Schweden, Hoyaux aus Belgien, Schulz aus Berlin und Carl Schreck aus Bielefeld." Im Anschluss daran führte ein "gemeinsamer Spaziergang nach den städtischen Waldwiesen" mit "Aufführungen des Jungvolks".

Der vierte Tag

Am Montag, dem 1. August, erörterte eine "Reichsjugendkonferenz" auf der "Berglust" die Ergebnisse des Reichsjugendtages. Für Interessierte bot sich die Gelegenheit zu Wanderfahrten in das Teutoburger Weser-Bergland: Carl Schreck, der Begründer der "Naturfreunde-Bewegung" hatte einen Rundgang durch die Stadt und Halbtages-Ausflüge zur Hünenburg, zum "Eisernen Anton" und zum Sennefriedhof ausgearbeitet und in der "Volkswacht vom 30. Juli 1921" veröffentlicht: "Rundgang durch die Stadt: Schillerplatz/ Rathaus und Stadttheater/ Alter Markt/ Fachwerkhäuser/ Spiegelscher Hof/ Altstädter Kirche/ Leineweberbrunnen/ Neustädter Kirche/ Landgericht/ Handwerker- und Kunstgewerbeschule/ Umformerstation des Elektrizitätswerkes/ Synagoge/ mehrere Schulen und Banken/ schmiedeeiserne Brunnen/ Badeanstalten an der Gütersloher Straße und am Hallerweg/ Schwimmbad in Schildesche/ Luftbad/ gewaltiger Bau der ‚Volkswacht‘/ die ‚Eisenhütte‘, das Empfangslokal zum Jugendtag/ die ausgedehnten Anlagen des Konsumvereins mit dem Verwaltungsgebäude und dem Zentrallager/ die ‚Freie Scholle‘ mit ihren Wohnanlagen/ Ulmenallee mit Sparenburg/ unterirdische Gänge/ die ‚Berglust‘/ die Anstalt Bethel/ der Johannisberg mit der Schützengesellschaft/ die ‚Johannislust‘/ die ‚Ochsenheide‘ mit zwei großen und zwei kleinen Waldwiesen, die als Spiel- und Tummelplätze dem Jungvolk dienen/ Bauernhausmuseum/ Meierhof Olderdissen mit dem Johannistal/ Kahler Berg mit der Volkssternwarte/ botanischer Garten. Halbtagesausflüge: 1) vom Fuße des Johannisberges aus an der ‚Ochsenheide‘ vorüber nach dem ‚Waldfrieden‘. Von dort nach ‚Peter auf‘m Berge‘ bzw. ‚Quellental‘. Ueber die Höhe dann zur ‚Hünenburg‘ mit Ausblick auf die Berge und die Senne. Hinab nach ‚Zweischlingen‘ und durch den ‚Godesberg‘ nach Bielefeld.

2) von der Sparenburg über den Höhenweg, an vielen Gartenlokalen und dem Sanatorium vorüber, zum ‚eisernen Anton‘. Einige 100 m zurück und hinab zum ‚stillen Frieden‘. Dann an einem Waldgrundstück der Metallarbeiter vorüber durch die ‚Sieker Schweiz‘ zur Endstation der Straßenbahn, die nach Bielefeld fährt.

3) Fahrt mit der ‚Elektrischen‘ durch Brackwede zum Sennefriedhof. Im stillen Heidegelände, im Nordosten überragt von den waldbedeckten Höhenzügen, ist der Friedhof von der Stadt angelegt worden. Eine Begräbnishalle mit mächtiger Kuppel und künstlerischem Relief steht oberhalb der Gräber, die einzeln oder in kleinen Feldern inmitten kurzstämmiger Nadelhölzer liegen. Der Friedhof gehört zu den würdigsten derartigen Anlagen in Deutschland." Soweit die Ausflugs- und Wandervorschläge zum "Reichsjugendtag" vom Bielefelder "SPD-Urgestein" Carl Schreck. Beim Schuhgeschäft "Hesse" wurden speziell dazu Tourenstiefel der Marke "Wandervogel" angeboten. Sie kosteten allerdings 195 Mark - bei einem durchschnittlichen damaligen Monatslohn von 137 Mark.

Bürgerliche "Nicklichkeiten"

Die bürgerliche Tagespresse berichtete mehrfach über den "Reichsjugendtag". Während allerdings die sozialdemokratische "Volkswacht" immer vom "Kesselbrink" als Veranstaltungsort sprach, beharrten die konservativen Medien stets auf dem Namen "Kaiser-Wilhelm-Platz". Wegen des Aufziehens von schwarz-rot-goldenen Fahnen vor Fabrikgebäuden und des eigenmächtigen Verlassens ihrer Arbeitsplätze, um am "Reichsjugendtag" teilzunehmen, sperrte der Bielefelder Metall-Arbeitgeberverband 9.000 Arbeiter aus - zunächst für 24 Stunden.

Nebenbei bemerkt: Erich Ollenhauer sollte nach Jahrzehnten noch einmal nach Bielefeld kommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg forderte er zweimal Konrad Adenauer bei der Bundestagswahl heraus - im September 1953 und im März 1957 - unterlag aber beide Male. In dem Zusammenhang hielt er 1957 eine zündende Rede vor mehr als 10.000 Besuchern auf der Radrennbahn.

Der "Reichsjugendtag" Ende Juli 1921 in Bielefeld galt als Gemeinschaft stiftend sowie wohl geordnet und diszipliniert durchgeführt. Dies beeindruckte sogar die katholisch-konservative Bielefelder Tageszeitung "Der Turm": "daran solle man sich ein Beispiel nehmen".

"Willenskundgebungen der Jungsozialisten

Die Kieler Leitsätze

Die Jungsozialistentagung vom 1. Januar 1921 in Kiel stellt folgende Leitsätze der gesamten Bewegung Deutschlands als vorläufig von ihr gefundenen Willensausdruck zur Aussprache:

1) Die den Arbeiterjugendvereinen entwachsenden Parteigenossinnen und -genossen können ihrer ganzen seelischen Einstellung nach nicht ohne weiteres den Schritt zur allgemeinen Arbeiterbewegung machen, denn diese ist in ihrem inneren und äußeren Leben so einseitig verstandesmäßig und materialistisch gerichtet, daß sie die in der Jugend vorhandenen und durch den Krieg neubelebten irrationalen Regungen nicht befriedigen kann. Daher schließen sie sich zu besonderen jungsozialistischen Gemeinschaften innerhalb der Partei zusammen, ohne zu verkennen, daß auch ihr Wirken der einigen Partei und den Gewerkschaften als den eigentlichen Kampfgemeinschaften des Proletariats gilt, die sie mit neuem Leben füllen und zu höherer sozialistischer Tatkraft führen wollen.

2) Die Jungsozialisten wollen ihr Leben in Aufrichtigkeit und Verantwortlichkeit vor sich und der Gemeinschaft gestalten. Daraus entnehmen sie auch die Verpflichtung, mit besonderer Eindringlichkeit sich der Erinnerung wissenschaftlicher Erkenntnis des Sozialismus zu widmen.

3) Aus den jungsozialistischen Gemeinschaften sollen Menschen hervorgehen, die sich ständig bewußt bleiben, daß der Sozialismus erst mit der Beseitigung des wirtschaftlichen Kapitalismus möglich wird, die jedoch in sich die Kulturidee des Sozialismus ständig rein erhalten und unter Einsetzung ihrer ganzen Persönlichkeit um sich verbreiten."

zitiert aus: Zentralbildungsausschuß der sozialdemokratischen Partei Deutschlands (hg, Jungsozialismus - Festschrift zur Bielefelder Jungsozialisten-Tagung am 29. Juli 1921. Berlin 1921 Seite 27f.

Abbildungsnachweis "Reichsjugendtag" Bielefeld 1921
Zusammengestellt von Joachim Wibbing

Eine zeitgenössische Ansichtskarte warb für den "Reichsjugendtag" 1921 in Bielefeld. (Sammlung Wibbing)

Die "Eisenhütte" - das Zentrum der Metallarbeiter-Gewerkschaft in Bielefeld - war das "Empfangslokal" für die Gäste des "Reichsjugendtages". (Sammlung Wibbing)

Ein Blick in die Gaststube der "Eisenhütte" in Bielefeld: hier kamen die Gäste des "Reichsjugendtages" an. (Sammlung Wibbing)

Am Abend des 30. Juli 1921 erlebten die Gäste des "Reichsjugendtages" ein imposantes Höhen-Feuerwerk an der Sparrenburg in Verbindung mit einer "bengalischen Beleuchtung". (Sammlung Wibbing)

Eine Vorführung auf der "Spielwiese" anlässlich des "Reichsjugendtages" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

Aufmerksame Zuschauer auf der "Spielwiese" beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld

Aufführung vom Stück "Aufbruch" beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

Aufführung vom Stück "Aufbruch" beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

"Gemeinsame Höhenflüge" mit Hilfe einer Decke beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

"Volkstanz" beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

Friedenskundgebung auf dem Kesselbrink oder dem "Kaiser-Wilhelm-Platz" beim "Reichsjugendtag" 1921: im Hintergrund ist das damalige Landratsamt zu erkennen. (Stadtarchiv Bielefeld)

Kundgebung auf dem Kesselbrink beim "Reichsjugendtag" 1921 (Stadtarchiv Bielefeld)

SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung wählt neuen Vorstand

Torsten Schätz leitet ab sofort die Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD in Bielefeld. Auf der Jahreshauptversammlung wählten ihn die Delegierten einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Der Leiter der Martin-Niemöller-Gesamtschule ist auch Mitglied im Bielefelder Parteivorstand. Die AG-Bildung der SPD soll unter anderem Impulse für die kommunalpolitische und landespolitische Bildungspolitik setzen. Als Stellvertreter stehen ihm der Erzieher Daniel Schenk sowie der ehemalige Gesamtschullehrer und Gewerkschafter Bernd Bretthauer-Aue zur Seite. Den erweiterten Vorstand komplettieren die Ratsfrau Ayla Avvuran, der schulpolitische Sprecher der Ratsfraktion, Frederik Suchla sowie Detlef Jürgens, Tassilo Knauf und Jesco von Kuczowski. Torsten Schätz folgt als Vorsitzender auf Thomas Wandersleb, der nicht erneut für den Vorstand kandidierte. Er dankte seinem Vorgänger für seinen engagierten Einsatz und vor allem dafür, die AG-Bildung vor einigen Jahren wieder ins Leben gerufen zu haben. Neben den Vorstandswahlen wurden Schätz, Avvuran, Bretthauer-Aue und Suchla zu Delegierten für die Landesdelegiertenkonferenz gewählt.







Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für Bildung der SPD Bielefeld

Ursula Bitzegeio • 24. August 2021

Die Sozialdemokratie solle mehr Geschichte wagen. Davon war der Historiker Thomas Welskopp überzeugt. Nun ist der Beobachter und Analytiker der Arbeiter*innenbewegung im Alter von 59 Jahren gestorben.

Die historisch-politische Arbeit der Sozialdemokratie und ihrer Bewegungen lebt seit über 150 Jahren nicht nur von der Würdigung ihrer Stars oder der Erzählung ihrer Stürme, Gesänge und Erfolge. Sie lebt von der kritischen Selbstreflexion und der besonderen Sensibilität ihrer Erzähler*innen. Ein besonderer Beobachter und Analytiker der Arbeiter*innenbewegung ist der Historiker Thomas Welskopp, der geschichtswissenschaftlich und persönlich immer wieder gute Gründe gefunden hat, ihr seine ungeteilte wissenschaftliche Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Geschichte "schonungslos öffnen"

In einer von ihm selten gewählten Textsorte einer geschichtspolitischen Empfehlung schreibt er der Sozialdemokratie ins Stammbuch, dass sie ihrer schwindenden gesellschaftspolitischen Akzeptanz des 21. Jahrhunderts mit einem "Mehr" an Geschichte begegnen solle, um aus einer "Walhalla angestaubter Mythen" heraus und in die kritische Auseinandersetzung mit der Tradition, deren Kontinuitäten und epochalen Brüche einzutreten. Denn für ihn speist sich die angemessene Berücksichtigung ihrer Historie in Forschung, Kultur und Politik unbedingt und nach wie vor aus ihren progressiven Anfängen: Die Soziale Demokratie steht für gesellschaftliche Emanzipation, die Interessenvertretung derjenigen, die für die Gesellschaft arbeiten, für politische Aktivität der "einfachen Leute", für Gerechtigkeit und Humanität. Sie habe widersprüchliche Charaktere hervorgebracht, die vielfach "eckig" waren, aber auch Inspiration für politische Weiterentwicklung.

In der historischen Bilanzierung stehen demgegenüber die "Zahl der politischen Irrtümer und Fehler", die im "angestaubten Erinnerungsbestand" der Sozialdemokratie ausgeblendet oder im "retrospektiv historisch Feindbild" polemisiert werden. Die Geschichte der Sozialen Demokratie und ihrer Bewegungen sollte sich ihrer Geschichte "schonungslos öffnen", ohne "falsche Nostalgie und ohne Scheuklappen", für Welskopp ist sie "bewegt und farbig, mit vielen überraschenden Facetten - und durchaus hin und wieder mit Anlass für Stolz".

Experte, Freund, Verbündeter

Thomas Welskopp selbst hat in seinen sozial-, intellektuell- und kulturgeschichtlichen Forschungen zur Geschichte der Arbeiter*innenbewegung, zu transatlantischen Bündnissen und Lebenswelten der Arbeitenden immer wieder wissenschaftliche Angebote gemacht, damit nachwachsende Erzähler*innen ihre Arbeit mit der nötigen theoretisch reflektierten Tiefenschärfung aufnehmen können. In seinen Studien und Wortmeldungen erklärt er komplizierte historische Situationen mit großer gedanklicher Sorgfalt, mit Witz und mit einer komplexen, aber nie unverständlichen Sprache - viele Texte sind längst zu einem prominenten Bestandteil der Historiografie der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung geworden.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung verliert mit Thomas Welskopp einen herausragenden Experten, engen Freund und Verbündeten für ihre historische Arbeit. So erschien seine Habilitationsschrift "Das Banner der Brüderlichkeit. Die deutsche Sozialdemokratie zwischen Vormärz und Sozialistengesetz" in der von der FES herausgegebenen Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte (PGG), er schrieb regelmäßig Beiträge für das Archiv für Sozialgeschichte und übernahm auf zahlreichen Fachtagungen des Archivs der sozialen Demokratie ganz unterschiedliche Rollen, vom Keynote-Speaker bis zum Kommentator, der immer pointiert, aber nie persönlich verletzend zuspitzte. Daneben hat er sich über viele Jahre in der Studienförderung als Vertrauensdozent engagiert, da ihm Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit eine Herzensangelegenheit waren. Wir haben ihn als äußerst liebenswerten und zugewandten Menschen erlebt und werden ihn sehr vermissen.

Professor Dr. Thomas Welskopp starb am 19. August 2021 mit nur 59 Jahren an den Folgen einer schweren Erkrankung.

Die Zitate von Thomas Welskopp stammen aus: Ders., Mehr Geschichte - aber ohne falsche Nostalgie. Zu Norbert Seitz, Vorsicht Dino-Falle!, in: Berliner Republik 1/2013, S. 90 f.

Thomas Welskopp, Das Banner der Brüderlichkeit. Die deutsche Sozialdemokratie zwischen Vormärz und Sozialistengesetz (Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Reihe Politik- und Gesellschaftsgeschichte, Bd. 54), Bonn 2000 (zugl. Habilschrift FU Berlin, 1999).

Der Text erschien zuerst auf der Seite der Friedrich-Ebert-Stiftung.

 

Aktuelle Nachrichten aus Berlin (Quelle: spd.de)

Die Preise für Benzin und Diesel, für Lebensmittel und fürs Heizen steigen. Die SPD-geführte Bundesregierung hat milliardenschwere Entlastungen auf den Weg gebracht, die jetzt kommen. Unser Entlastungspaket für Dich:

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil legt seine Grundzüge für eine künftige Außen- und Sicherheitspolitik dar. Deutschland müsse als starke Demokratie mitten in Europa mehr Verantwortung übernehmen - gemeinsam mit seinen europäischen Partnern. Ein Namensbeitrag.

20.06.2022 12:59
"Ich finde es genial".
"Ich finde es genial", sagt Marylen N. über das 9-Euro-Ticket. Die Bremerin schrieb der SPD zu den Entlastungspaketen, die die steigenden Preise abfedern sollen. Generalsekretär Kevin Kühnert rief sie zurück.

Kanzler Scholz und Frankreichs Präsident Macron machen sich dafür stark, dass die Ukraine ein Beitrittskandidat für die Europäische Union wird. "Die Ukraine gehört zur europäischen Familie", sagte Scholz beim Besuch in Kiew.

Der Bundestag hat das zentrale Wahlversprechen der SPD beschlossen: der Mindestlohn steigt am 1. Oktober auf 12 Euro. Vor allem Frauen und Ostdeutsche profitieren. Versprochen - Gehalten!

Um Freiheit und Demokratie besser verteidigen zu können, wird die Bundeswehr mit einem Sondervermögen über 100 Milliarden Euro modernisiert. Der Bundestag hat das von Kanzler Olaf Scholz vorgeschlagene Sondervermögen beschlossen.

Die SPD begrüßt die breite parlamentarische Unterstützung für das von Kanzler Olaf Scholz angekündigte 100 Milliarden Euro Sondervermögen für die die Bundeswehl. Ein Namensbeitrag der Parteivorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil.

Ab 1. Juni kannst Du im öffentlichen Nahverkehr für 9 Euro pro Monat Busse und Bahnen nutzen, bundesweit und bis Ende August. Du kannst also zum ultimativen Tiefpreis mit Bus und Bahn nicht nur zu Deiner Arbeit fahren, sondern auch Städte- und Urlaubstrips machen. Hier erfährst Du, wie das Ticket funktioniert.

23.05.2022 10:49
Das Land in guten Händen.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil führt die SPD in die Landtagswahl im Herbst. Bei einer Landesvertreterversammlung am Samstag in Hildesheim wurde er mit 100 Prozent auf Listenplatz eins gewählt.

15.05.2022 20:00
Schwarz-Gelb abgewählt.
Schwarz-Gelb ist in NRW abgewählt. Sollte Rot-Grün möglich sein, ist die SPD bereit, Verantwortung zu übernehmen. Das machten SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty und SPD-Chef Lars Klingbeil deutlich.

 

Pressemitteilung aus Berlin (Quelle: spd.de )

 

Am kommenden Montag startet die SPD die Aktionswoche Transformation. In ganz Deutschland veranstalten Kreisverbände und Abgeordnete der Partei Veranstaltungen und Vor-Ort-Besuche zum Thema Wandel der Wirtschafts- und Arbeitswelt. SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert besucht am Montag die Lausitz.

Schwerpunkte der Bundeskonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) waren, neben der Neuwahl des Bundesvorstands, die aktuellen gesundheits- und pflegepolitischen Entwicklungen.

Am Montag, 20. Juni 2022, kommen die Gremien der SPD zu hybriden Sitzungen zur Beratung aktueller Themen zusammen. Zu einer Pressekonferenz mit dem SPD-Vorsitzenden Lars Klingbeil im Anschluss an die Sitzungen laden wir herzlich ein.

Mit einer Grundsatzrede zur Außen- und Sicherheitspolitik macht der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil den Auftakt zur diesjährigen Tiergartenkonferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung: "Zeitenwende - Der Beginn einer neuen Ära".

Am Montag, 13. Juni 2022, kommt das SPD-Präsidium in einer hybriden Sitzung zur Beratung aktueller Themen zusammen. Zu einer Pressekonferenz mit der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken im Anschluss an die Sitzung laden wir herzlich ein.

Am Montag, 30. Mai 2022, kommt das SPD-Präsidium in einer hybriden Sitzung zur Beratung aktueller Themen zusammen. Zu einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung laden wir herzlich ein.

Der SPD-Parteivorstand hat auf seiner heutigen Sitzung einstimmig folgenden Beschluss gefasst: Das Urteil des Obersten Berufungsgerichts der Türkei am 13. Mai 2022 gegen Canan Kaftancıoğlu zu einer langjährigen Haftstrafe und einem Politikverbot, das für die Dauer der Strafe gilt, entsetzt uns zutiefst. Der SPD-Parteivorstand verurteilt in aller Schärfe das politisch motivierte Gerichtsverfahren gegen Canan Kaftancıoğlu, die systematische Repression gegen die türkische Opposition und den kontinuierlichen Abbau der Rechtsstaatlichkeit in der Türkei.

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, die Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Carola Ebhardt und Oliver Strotzer sowie die Trans*Aktivistin Nora Eckert hissen gemeinsam die Regenbogenflagge anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am Willy‑Brandt‑Haus.

Anlässlich der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen tritt der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil am Sonntagabend vor die Presse.

Gemeinsam mit ihren Schwesterparteien aus Italien und Spanien - PD und PSOE - will die SPD ein neues Kapitel für die Zukunft Europas aufschlagen. Mehr Demokratie, Transparenz und Sicherheit - ein soziales Europa, das auf der Grundlage unserer festen Werte schnell und entschlossen handeln kann. Zum gemeinsamen Impulspapier "Das europäische Momentum" erklärt die EU-Beauftragte des SPD-Parteivorstandes Katarina Barley: "Jetzt ist Europas Moment! Die Krisen der letzten Jahre haben es klar gezeigt. Und die Bürgerinnen und Bürger haben bei der Konferenz zur Zukunft Europas deutlich gesagt: Wir wollen mehr Europa. Ein Europa, in dem alle Schutz und Sicherheit finden. Ein Europa, das eine wehrhafte Gemeinschaft der Demokratie ist. Ein Europa, das seine Bürgerinnen und Bürger schützt und die Lebensgrundlagen bewahrt. Ein Europa, das offen ist für alle jene, die sich zu den europäischen Werten bekennen und fest an der Seite derer steht, die sich gegen Diktatur und Willkür stellen."

Zur gemeinsamen Abschlusskundgebung in Köln mit den SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Lars Klingbeil, dem stellvertretenden SPD-Vorsitzenden und Spitzenkandidaten der NRWSPD für die Landtagswahl Thomas Kutschaty und dem SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert laden wir Sie herzlich ein. Ebenfalls mit dabei sind Malu Dreyer, Anke Rehlinger und natürlich Olaf Scholz! Die Kundgebung findet statt am Freitag, den 13. Mai 2022,ab 16:30 Uhr, (Vorprogramm ab 15:45 Uhr),Roncalliplatz, 50667 Köln.

Martin Dulig, Ostbeauftragter der SPD, sieht in den vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkten für ein Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation einen wichtigen Beitrag für starke Demokratie und Zusammenhalt. "Ich bin froh, dass Deutschland ein Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation bekommt. Das Zukunftszentrum soll ein Ort sein, der die unterschiedlichsten ost- und gesamtdeutschen Erfahrungen einbezieht, die Lebensleistungen und Erfahrungen der Menschen in Ostdeutschland sichtbarer macht und gleichzeitig in die Zukunft weist", betont Dulig. "Es soll ein Ort sein, an dem Menschen ihr Leben und ihre Erfahrungen wiederfinden und darüber reden können. Wer glaubt, einen solchen Ort bräuchte es nicht, hat nicht verstanden, wie die Nachwendezeit und die Transformation nach 1990 bis heute wirken.

 

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